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AlpFRail
- Alpine Freight Railway
Anlass
und Ziel
Der
sichere und umweltfreundliche Alpentransit ist für die europäische Verkehrspolitik
von besonderer Bedeutung und wirtschaftlichem Interesse. Die Europäische
Union hat deshalb das Projekt AlpFRail in den vergangenen vier Jahren
aus dem INTERREG IIIB Programm finanziell gefördert.
AlpFRail
bedeutet ausgeschrieben "Alpine Freight Railway" - also Alpiner Schienengüterverkehr.
Ziel des Projekts war eine konsequente Verlagerung der Güterströme von
der Straße auf die Schiene im gesamten Alpenraum. Durch innovative Konzepte
entstand ein Schienennetzwerk, das Verbindungen in alle Himmelsrichtungen
ermöglicht.
Das
Logistik-Kompetenz-Zentrum in Prien (LKZ) hatte die fachliche Leitung
des Projekts und 16 Partner aus den Alpenländern arbeiteten mit. Das Projekt
ist in der EU-Verkehrspolitik einmalig: Erstmals arbeiteten Staatsministerien,
Landesregierungen, Provinzen, Regionen, Handelskammern und Verbände aus
Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz zusammen,
um den Güterverkehr auf Schienen neu zu organisieren. Mit dabei waren
auch die Deutsche Bahn, der Hafen von Venedig und der Verband der mittelständischen
Transportunternehmen in Italien. Das Logistik-Kompetenz-Zentrum in Prien
analysierte als "Lead Partner" den Güterverkehr im Alpenraum und erarbeitete
die Vorschläge unter Einsatz von neuen Technologien für das Länder übergreifende
Gesamtkonzept. Von großer Bedeutung war hier der Einklang von Wirtschaftlichkeit
mit nachhaltiger Ökologie. Über die Umsetzung entschied eine internationale
Lenkungsgruppe.
Die
Ausgangssituation
Der drastische Anstieg des Verkehrs
In
den letzten 20 Jahren hat sich der Alpen querende Güterverkehr verdoppelt.
Im Jahr 2003 wurden 104 Mio. Tonnen Güter auf der Straße und Schiene über
den inneren Alpenbogen transportiert. Die Gütermenge steigt derzeit überproportional
weiter. Einen wesentlichen Einfluss darauf hat der größere Binnenmarkt,
der durch die EU-Osterweiterung entstanden ist. In Österreich und in Frankreich
werden zwei Drittel der Alpen querenden Güter auf der Straße transportiert,
und nur ein Drittel auf der Schiene. In der Schweiz ist das Verhältnis
umgekehrt: hier laufen zwei Drittel des Transit-Güterverkehrs auf der
Schiene. In der Schweiz stimmen die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen.
Anders ist das in Deutschland, Österreich und Frankreich. Ein Beispiel
dafür ist die so genannte "Rollende Landstraße". Sie verkehrte zwischen
Manching bei München und dem Brenner. Etwa 164.000 LKW wurden im Jahr
2003 samt Fahrer damit transportiert. Doch dann lief die Öko-Punkte-Regelung
in Österreich und damit die Limitierung der Transportkapazität auf der
Straße aus. Die Folge war ein drastischer Rückgang um 37 Prozent bei der
Rollenden Landstraße. Die Betreiber reagierten - sie stellten das Angebot
zwischen Manching und Brenner ein. Deshalb gibt es jetzt jährlich über
160.000 LKW mehr auf der Brenner-Autobahn.
Das
Denken in nationalen Grenzen
Der Schienengüterverkehr wurde bisher nur national organisiert. An der
Landesgrenze hört die Zuständigkeit der Deutschen oder Österreicher für
ihre Bahn auf - für ein durchgehendes, optimales Angebot für den Schienengüterverkehr
von Hamburg bis Verona gab es kaum Initiativen. Mit Lokwechsel, Lokführerwechsel,
verschiedenen Stromsystemen kämpfen die Bahnen noch immer mit ihrer Vergangenheit.
Das gleiche gilt für den Ausbau der Schieneninfrastruktur. Welch absurde
Folgen dieses Denken hat, zeigt der Blick ins Nachbarland Österreich:
Im Unterinntal investieren die Österreicher 1,82 Milliarden Euro für den
Schienenausbau, und von Wien nach Salzburg wird eine Hochleistungsbahn
gebaut. Im Abschnitt München-Rosenheim sind hingegen bis zum Jahr 2010
keine Kapazitätserhöhungen vorgesehen.
Der
Lösungsansatz
Weg
von den Achsen - hin zum Schienennetzwerk
Um einen reibungslosen Schienengüterverkehr in alle Himmelsrichtungen
zu ermöglichen, muss das alte Schema von Nord-Süd-Achsen oder Ost-West-Routen
verlassen werden. Ein Blick auf die Karte verdeutlicht es: Die Infrastruktur
ist bereits netzwerkartig vorhanden, die Verkehre sind aber nur in einzelnen
Achsen (wie z. B. Brenner-Achse oder Tauernroute) organisiert. Das muss
sich ändern. Dazu ist ein Umdenken der Politiker und der Bahnen erforderlich.
Nicht nur die nationalen Grenzen im Kopf müssen verschwinden - alle Beteiligten
am Projekt müssen die Alpenländer als einen gemeinsamen europäischen Raum
begreifen, der nur mit Hilfe eines Netzwerks gut erschlossen werden kann.
Im Projekt AlpFRail wurden zuerst die vorhandenen Güterströme und die
bestehende Infrastruktur analysiert und in Simulationsverfahren ausgewertet.
Auf dieser Basis wurden die Verkehrströme optimiert und im Netzwerk integriert.
Um den Kunden transparente Information über alle verfügbaren Angebote
auf dem Schienennetz zur Verfügung zu stellen und eine Verkehrssteuerung
in Fällen von Engpässen zu ermöglichen, wird ein einheitliches Informations-
und Qualitätsmanagementsystem entwickelt.
Bündelung
von allen Güterströmen zwischen den Regionen
Wirtschaftlicher Schienengüterverkehr kann nur durch Bündelung der Güterströme
erreicht werden. Bisher hat sich der Güterverkehr sehr stark auf einzelne
Güterarten und auf sog. "Rennstrecken" konzentriert. Im Projekt AlpFRail
wurde dieser historische Ansatz grundsätzlich in Frage gestellt. Durch
den Netzgedanken ergaben sich neue positive Möglichkeiten. Dies bedeutete
u. a. dass sich die Aktivitäten auch auf "gemischte Züge" auszuweiten.
Für den Alpen querenden Verkehr bedeutet dies konkret, dass auch an Züge
entwickelt wurden, welche Sattelauflieger und Wechselbrücken gemeinsam
mit Überseecontainer transportieren.
Die
Projektergebnisse von AlpFRail
Der
erste AlpFRail-Projektbaustein war der "Aktionsplan Tauernbahn" auf der
Tauernachse. Durch Analysen der Schienenauslastung und technische Verbesserungen
auf der Strecke Salzburg-Villach wurden Kapazitäten für neun zusätzliche
Zugpaare pro Tag geschaffen. Inzwischen werden auf dieser Strecke 45.000
LKW pro Jahr von der Straße auf die Schiene verlagert. Die Analyse zeigte
aber auch, dass es weitere Angebote geben muss, da der Transportbedarf
zwischen den wichtigsten Wirtschaftsräumen in Süddeutschland, Österreich,
Italien mit Süd-Osteuropa und Fernost stetig ansteigt. Daher wurden verschiedene
Produkte auf diesen Relationen entwickelt:
Direktzug
Ulm - Mailand
Unter
Federführung des Regionalverbands Donau-Iller und der Mitarbeit der Regionalverbände
Neckar-Alb, Bodensee-Oberschwaben sowie dem Verband Region Stuttgart und
dem Land Baden-Württemberg, wurde im westlichen Teil des AlpFRail-Projektraumes
eine breit angelegte Untersuchung durchgeführt. Ziel war es, die Alpen
querenden Güterstöme zwischen den Aufkommensräumen Stuttgart/Ulm/Augsburg
bis zum Bodensee und den oberitalienischen Wirtschaftsräumen Lombardei
und Veneto zu analysieren und daraus ein marktfähiges Produkt zu entwickeln.
In der ersten Projektphase wurden mögliche Verbindungen analysiert und
anhand ihrer Konkurrenzfähigkeit zum Straßenverkehr bewertet. Neben statistischen
Verkehrsdaten der EU flossen zahlreiche eigene Erhebungen in die Ergebnisse
ein. Bereits in diesem ersten Schritt ergaben sich Relationen, welche
preislich so darstellbar sind, dass das Kostenniveau des Straßengüterverkehrs
erreicht bzw. sogar unterschritten werden konnte. Um die Pilotrelation
möglichst an den Bedürfnissen der verladenden Wirtschaft auszurichten,
wurden in der zweiten Phase die Marktpotenziale genauer untersucht. Unternehmen
mit bahnaffinen Produkten im erweiterten Einzugsbereich des Containerbahnhofs
Ulm/Dornstadt wurden einer Befragung unterzogen, mit welcher die konkreten
technischen und betrieblichen Anforderungen an eine neue Zugverbindung
festgestellt wurden. Mit gleicher methodischer Herangehensweise wurden
die Befragungen im oberitalienischen Raum durchgeführt. Somit konnte erreicht
werden, dass mit den Rückfrachten eine Paarigkeit der Verbindung und damit
die wirtschaftliche Tragfähigkeit sichergestellt wurde. Das Ergebnis der
Untersuchungen war eine dauerhaft marktfähige Direktverbindung von Ulm
nach Mailand. Als weiterer Baustein der Pilotrelation wurde ein Operateur
gefunden, der diese Relation betreibt. Die Umsetzung der Pilotrelation
ist für den Fahrplanwechsel im Dezember 2007 eingeplant.
| Weitere
Informationen |
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Projektbeschreibung
(Pdf-Dokument, 2,0 MB) |
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Betreiberinformation
Hannibal (Pdf-Dokument, 1,0 MB) |
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Pressemitteilung
Ulm-Melzo-Shuttle (Pdf-Dokument, 163 KB) |
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"AlpFRail"
Präsentation in Berlin vom 22.11.2006
Pdf-Dokument (5,8 MB) |
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"AlpFRail"-Abschlussbericht
Phase I vom 08.06.2005
Pdf-Dokument (1,8 MB) |
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www.alpfrail.com |
| Ansprechpartner: |
Herr
J. Zacher
Telefon: 0 74 73 / 95 09 - 20
Telefax: 0 74 73 / 95 09 - 25
E-Mail: info@rvna.de
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Zuletzt
aktualisiert am: 30.07.2007
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