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Landratsamt Zollernalbkreis
PRESSEINFORMATION
03.12.02
35.000 t Kies rollen auf der Schiene nach Schömberg
Bemühungen des Landkreises zur Verlagerung des Kiestransports auf die Schiene waren erfolgreich.
Die DB AG hat bundesweit im Rahmen ihres Programms MORA C (Marktorientiertes Angebot Cargo) den Einzelwagenladungsverkehr einer Überprüfung unterzogen. Das Ergebnis hat zur Schließung zahlreicher Güterverkehrsstellen und in mehreren Fällen auch zur Aufgabe von ganzen Bahnstrecken geführt. Die Landkreise, Regionalverbände und die HzL versuchen durch gemeinsame Aktivitäten, den Güterverkehr auf der Schiene als wichtige Verkehrsinfrastruktur für viele Betriebe in unserem Raum zu erhalten.
Auf der Grundlage einer Studie der Regionalverbände Neckar-Alb und Bodensee-Oberschwaben über einen möglichen Kiestransport auf der Schiene aus dem Raum Oberschwaben in die Region Neckar wurde als erste Maßnahme ein Kiestransport von Krauchenwies nach Schömberg näher untersucht. Damit sollte für die gefährdeten Schienenstrecken im Landkreis Sigmaringen und im Zollernalbkreis eine verbesserte Auslastung ermöglicht werden. Gemeinsam mit Vertretern der Kiesindustrie und der HzL haben die Regionalverbände und Landkreise 1998 einen gemeinsamen Arbeitskreis unter Koordination des Zollernalbkreises ins Leben gerufen, der ein Schienentransportkonzept gutachterlich in Auftrag gab. Die damalige Untersuchung einer Ganzzugvariante für einen Kiestransport von Krauchenwies nach Schömberg ergab hohe Investitionskosten, Standortprobleme in Krauchenwies und zur Zeit wirtschaftlich nicht konkurrenzfähige Transporte.
Ende des Jahres 2001 haben die HzL und der Zollernalbkreis wichtige strukturelle Veränderungen für den Güterverkehr auf der Schiene geschaffen. In einem neuen Projekt hat die HzL als erste nicht bundeseigene Eisenbahn von der DB Cargo 18 Güterverkehrsstellen zwischen Plochingen, Balingen und Ulm übernommen und damit den komplexen Einzelwagengüterverkehr in der Region weiterhin sichergestellt. Gleichzeitig haben der Zollernalbkreis, die Städte Balingen und Schömberg, die Gemeinden Dottemhausen und Dormettingen sowie drei gewerbliche Unternehmen (Finanzierungspartner) den Erhalt der Schienenstrecke Balingen - Schömberg durch Übernahme der Unterhaltungskosten gegenüber der HzL als Pächterin der Strecke gesichert.
Damit bestand die Möglichkeit, von dem ursprünglich angedachten Ganzzug mit 140.000 t Kies auch Teilmengen zu befördern. Diese Alternative hat den Vorteil, dass größere Investitionen nicht sofort zwingend notwendig werden.
Als neue Variante wurde ein zum Großteil in den HzL-Güterzugumlauf integrierter Kiestransport (Schwackenreute - Schömberg 98 km) entwickelt. Dabei konnte auf die bestehende Kiesverladeeinrichtung der Firma Valet & Ott in Schwackenreute (Landkreis Konstanz) an der Schienenstrecke Stockach - Mengen als optimale Belademöglichkeit des Zuges zurückgegriffen werden. Als Abnehmer des Kies hat sich die Firma SES Schwörer in Schömberg mit eigenem Gleisanschluss im Werk angeboten.
In einem mehrwöchigen Probebetrieb wurde die Transportkette für den neuen Kiestransport optimiert und eine tragfähige, wirtschaftliche Lösung für alle Beteiligten gefunden, wozu auch die Finanzierungspartner der Strecke Balingen - Schömberg durch Zugeständnisse bei den Trassenentgelten beigetragen haben. Die Zugentladung bedarf allerdings noch eines kurzen LKW-Nachlaufs; hier würde die direkte Entladung in den Produktionsablauf des Werkes hinein eine weitere Optimierung ermöglichen.
Der tägliche HzL-Güterzug wird um 7 Kieswaggons verlängert und liefert ab November jährlich 35.000 t Kies. Er entlastet damit zusätzlich die stark befahrenen Straßen der Region um rund 3.500 LKW-Fahrten bzw. über 200.000 km.
Die Kiestransporte tragen auf den Strecken Mengen - Schwackenreute und Balingen - Schömberg zu einer regelmäßigen Schienenbedienung für alle ansässigen Betriebe und damit einem flexiblen Warenaustausch bei. Zudem wird der HzL-Güterzug auf der Zollernbahn optimiert. Die Bereitschaft der Firma Valet + Ott und SES Schwörer, einen Teil des Kieses über die Schiene zu liefern und zu empfangen und ihr Engagement bei der tatsächlichen Umsetzung sind und bleiben zwingende Grundvoraussetzung dafür.
Die HzL, Landkreise, Regionalverbände, beteiligte Firmen und die Finanzierungspartner der Strecke Balingen - Schömberg verbinden mit dem nunmehr täglich fahrenden Kieszug realistische Hoffnungen und Chancen, das Güterverkehrskonzept bezüglich Kies, Sand, aber auch anderer Güter kontinuierlich weiter ausbauen zu können.