Regionales Vermarktungsprojekt rotkernige Buche

Buchenwälder gehören zu den großen naturnahen Ökosystemen unserer mitteleuropäischen Landschaften. Die seit über 200 Jahren praktizierte nachhaltige Hochwaldwirtschaft mit späten Durchforstungen und einer gezielten Nutzung von Einzelbäumen hat insbesondere auf der Schwäbischen Alb und am Albrand dazu geführt, dass in den vergangenen Jahrzehnten der Holzvorrat in Buchenwäldern ständig aufgebaut wurde und die Bäume durchschnittlich immer älter werden. Daraus resultieren majestätische Wälder mit großkronigen, hohen und durchmesserstarken Einzelbäumen. Diese Wälder sind sowohl aus ökologischen als auch aus landschaftsästhetischen Aspekten besonders wertvoll.



Mit zunehmenden Alter der Buche entsteht im Stamminnern durch Oxidationsprozesse eine meist rötliche Färbung. Bei naturnaher Waldbewirtschaftung, mit der ein höheres Alter der Bäume einhergeht, fällt also ein hoher Anteil an rotkernigem Buchenholz an, das in qualitativer Hinsicht dem nicht gefärbten Holz ebenbürtig ist. Dessen Absatz gestaltet sich dennoch schwierig, da dieses Holz bislang nicht dem ästhetischen "Zeitgeschmack" entspricht und eine industrieelle Verarbeitung in Folge der individuellen Ausprägung jedes Einzelbaumes sehr aufwändig ist.




Der Regionalverband Neckar-Alb, PLENUM im Landkreis Reutlingen (www.plenum-rt.de) und die Forstdirektion Tübingen haben sich die Förderung des Absatzes rotkerniger Buche und damit ein Mehr an naturnaher Waldbewirtschaftung zum Ziel gesetzt. Der Regionalverband Neckar-Alb hat im Jahr 2002 mit finanzieller Unterstützung durch PLENUM die Firma Unique forestry consultants, weyerhäuser & partner, Freiburg (www.unique-forst.de), mit der Umsetzungsstudie "Regionales Vermarktungsprojekt rotkernige Buche" beauftragt.

Ziele waren:
- Zusammenstellung wissenschaftlicher Grundlagen für die Verarbeitung und Vermarktung von rotkernigem Buchenholz
- Identifizierung von Erfolg versprechenden Produkten aus rotkernigem Buchenholz
- Aufzeigen und Initiierung von Projekten für eine Vermarktungsoffensive "rotkernige Buche".

Das Projekt wurde im Dezember 2002 abgeschlossen. Der Regionalverband Neckar-Alb hat als Herausgeber die Ergebnisse des Berichtes, ergänzt durch die Erzeugerkriterien der IG Rotkern, in den Materialien RVNA 1/03 veröffentlicht.

In der Region Neckar-Alb wurde im Dezember 2002 eine Interessensgemeinschaft für farbkerniges Holz und naturnahe Waldwirtschaft (IG Rotkern) gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Vorgaben der oben genannten Studie umzusetzen. An diesem Prozess sind eine Großzahl regionaler "Buchen-Akteure", von den Erzeugern über die Holzbearbeiter und Holzverarbeiter bis zu den Verbrauchern, beteiligt.

Eine wichtige Aufgabe ist die Öffentlichkeitsarbeit zur Steigerung des Bekanntheitsgrades und zur Imageverbesserung von rotkernigem Buchenholz. Es soll gezeigt werden, dass es sich hierbei um ein Qualitätsprodukt handelt, das insbesondere bei Möbeln, Parkett und Paneelen den Trend zu Individualität bedient und darüber hinaus im Einklang mit der Natur hergestellt wird. Dazu sollen die genannten Materialien RVNA 1/03 einen Beitrag leisten.

Projekt "Biosphärenmöbel"​

Die Akteure Albbüffel, die IG Rotkern und das Biosphärengebiet Schwäbische Alb haben die Meisterklasse der Fachschule für Holztechnik beauftragt, ein Biosphärenmöbel zu kreieren.

Imposante Felsformationen des Dreifürstensteins bei Mössingen (Foto: Seiffert)

Rotkerniges Buchenholz stammt vielfach aus flächigen, naturnahen Hangbuchenwäldern des Traufes der Schwäbischen Alb.

Foto: Seiffert

Im Frühjahr gelangt genügend Licht auf den Boden dieses naturnahen Buchenwaldes, so dass sich hier ein typischer Bärlauch-"Teppich" ausbilden kann. Nach der Laubausbildung der Buchen ist es so sehr schattig, dass die Blätter des Bärlauchs vergilben und verschwinden und er erst wieder im nächsten Frühjahr austreibt.






Ansprechpartner/-in:
Sachgebiet Landschaft und Umwelt